Die digitale Energiewelt

Die Digitalisierung wird die Energiewelt wesentlich und dauerhaft beeinflussen. Dies ist bereits jetzt für die klassische Energiewirtschaft ebenso der Fall wie für angrenzende Branchen und neue Marktakteure genauso wie deren private, institutionelle und industrielle Kunden. In beeindruckendem Tempo hat die Digitalisierung fast alle Lebensbereiche und in den letzten Jahren verstärkt auch die Energiewelt erfasst. Nach der Liberalisierung der europäischen Energiemärkte und der Entscheidung zur Energiewende bedeutet die Digitalisierung somit eine spürbare Zäsur, die erhebliche Auswirkungen auf sämtliche Stakeholder der Energiewelt hat.

Heute eröffnen sich dank der digitalen Technologien vielfältige Ansätze für Unternehmen wirtschaftlichen Erfolg in dem sich wandelnden Marktumfeld zu sichern und aus Perspektive der Politik Möglichkeiten die ambitionierten Ziele der Energiewende effektiv und effizient zu erreichen. Eine grundlegende Voraussetzung, um diese Möglichkeiten vollumfänglich nutzen zu können, ist die Verfügbarkeit von digitaler Infrastruktur, d.h. insbesondere von Kommunikationsinfrastruktur wie Glasfasernetzen, flächendeckendem Mobilfunk oder anderen Technologien mit ausreichender Bandbreite sowie intelligenter Netztechnik.

Katalysatoren für die Bereitstellung dieser Infrastrukturen sind sowohl die Politik als auch privatwirtschaftliche Investoren. Zu beachten ist hier die Unterscheidung zwischen „regulierter“ Infrastruktur (z.B. Intelligente Messsysteme) und „nicht-regulierter“ Infrastruktur (z.B. Smart Home), da die Möglichkeit besteht, dass Unternehmen an der regulierten Infrastruktur vorbei Produkte entwickeln werden, wenn die regulierte Umwelt den entstehenden Anforderungen und Entwicklungen nicht oder nur zu langsam entspricht. 

Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren nahezu alle Lebensbereiche und zunehmend auch die Energiewelt erfasst. Hierdurch ergeben sich weitreichende Veränderungen des Marktumfeldes und Chancen für Unternehmen, aber auch neue Potenziale für die Erreichung der energiepolitischen Ziele. Die Plattform Digitale Energiewelt spricht folgende Thesen aus:

  • Der Komplexitätsgrad in der Energiewelt ist bereits heute hoch und steigt künftig noch weiter an. Lernende Systeme sind eine entscheidende Voraussetzung für die Bewältigung der Komplexität.
  • Das Zusammenwachsen von klassischer Versorgungsinfrastruktur mit moderner IT-Kommunikation und -Steuerung stellt alle Akteure vor große Herausforderungen und ist ein zentraler Erfolgsfaktor für eine effiziente Energiewende.
  • Die sektorübergreifende Systemoptimierung in der Energiewelt ist so verflochten, dass sie nur durch die gebündelte Intelligenz des Marktes und über digitale Lösungen erfolgen kann. Die sinnvolle Optimierung an Sektorübergängen eröffnet wiederum neue Wertschöpfungsmöglichkeiten als Basis für zukünftige Geschäftsmodelle.